Deine Social Media Präsenz bildet ein Soziotop – pflege es!

Es gibt sie noch, die guten Tipps fürs Bloggen, Facebooken und sogar fürs Twittern. Insbesondere wenn sie von einem Menschen kommen, den ich seit Jahren schätze für sein Engagement für die Netzgemeinde. Ja ich stehe dazu, ich bin ein Sascha Lobo Fanboy allererster Stunde. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Moritz mich auf der Solutions, dem Kongress für Digitalisierung von der Hamburger IT Beratung Silpion auf Kampnagel zu einer kleinen Privat-Session eingeladen hat, wo Sascha über das Thema Online Publishing sprach. Da ich mich auch ein klein wenig schlecht fühlte an einem Kettchen vorbei auf eine exklusive Empore über den Köpfen aller anderen exklusive Tipps zu bekommen, twitterte ich natürlich alles heraus und möchte hier nochmal meine Aha-Momente niederschreiben für Euch.

Reduce to the max

Dieser Ausspruch steht für ein interessantes Paradoxon auf Twitter. Es ist eben nicht ausschlaggebend wie viele Inhalte produziert werden nach Sascha’s Erfahrung, sondern wie konstant getwittert wird. Schaut man sich Sascha’s Social Media Accounts an, sieht man das seine Tweets teilweise wochenlange Unterbrechungen haben. Trotzdem erzeugen seine Tweets konstant ein Fav (favorisieren, speichern) und Retweet (Tweet zitieren) Gewitter. Wie dieser zum Beispiel.

 

Pflege dein Social Media Soziotop

Sehr schlau fand ich die Betrachtungsweise, dass die Aktivität auf den thematisieren Social Media Kanälen Facebook, Twitter und dem eigenen Blog im Grunde ein eigenes Soziotop bildet. Wer zu hart verkauft und um Aufmerksamkeit wirbt, hat die besten Chancen ganz viele Menschen anzuziehen, die man genau nicht anziehen will. Denn was nützen Hunderte Retweets und Kommentare, wenn sich der Trollkönig und seine Schar über die eigene Timeline her machen? Es droht Verwässerung und die Abkehr der Menschen, die man eigentlich erreichen wollte. Das ist schade und ja, ich fühlte mich mehr als angesprochen, verkaufe ich doch selbst aktiv und viel über meine Social Media Kanäle.

 

Die Geheimnisse

Es gab nicht nur soziophilosophische Überlegungen von Sascha zum Thema, sondern auch ganz konkrete „Krempel-deine-Ärmel-hoch-und-hau-rein“-Ratschläge. Hier sind sie:

Was funktioniert am Besten auf Twitter?

Haltet euch an die Regeln des Retweets, 100 Zeichen für den „alten-direkten“ Retweet sind sinnvoll und den Link zum Beitrag reinsetzen der geklickt werden soll nicht vergessen. Die Nutzung von Hashtags ist laut Sascha nicht zu empfehlen. Denn „saubere“ Tweets ohne Hashtaggewirr sehen quasi wertvoller aus und vor allem schicken sie die Follower nicht auf die Reise ins Twitterverse weg vom Retweetbutton.

Was geht bei Facebook gut?

Ein dreiteiliges Posting mit Link, dass mit starken Schlagsätzen anfängt und soviel Text enthält, das man auf den „mehr“-Knopf drücken muss, um den ganzen Beitrag zu lesen, ist am erfolgreichsten. Dies macht nämlich unheimlich neugierig, bündelt die Aufmerksamkeit und sorgt für Aktivität. Diese Postings haben eine Punchline-Einleitung, einen Mittelteil der subtile persönliche Meinung durchscheinen lässt und endet mit einer Frage oder einem Statement das zur Diskussion einlädt.

Die Kunst des Bloggens.

Ganz große Learnings gab es hier. Sascha erklärt rhetorische Elemente und gab erzähltechnische Hilfestellung für den perfekten Blogpost. So denkt Sascha schon mal 10-20 Minuten an dem Schlusssatz seines Blogposts herum, denn dieser ist mit das Wichtigste, weil hier wieder der Aktivitätsaufruf zum kommentieren und teilen kommt. Statt Fakten aufzuzählen, lohnt es sich die zu vermittelnde Botschaft in ein Geschichtenformat mit Spannungsbogen zu gießen. Denn so vermeidet man das Personalpronomen „Ich“. Kein Satz in einem Blogpost, so Sascha, dürfe mit einem „Ich“ anfangen. Generell ist es wichtig Punchlines einzubauen die maximal 100 Zeichen lang sind, um „tweetable“ zu sein. Aber natürlich darf man das nicht zu plump machen, denn dann fühlen sich die „Klugen“ beleidigt und machen nicht mit.

Schlussüberlegungen mit Punchline

Viele der Überlegungen spiegeln die große Erfahrung wieder, die Sascha im Bereich der schriftlichen Interessanz-Schaffung im Netz hat. Ich empfand es als sehr erhellend, dass er hier sehr strategisch und mit viel Kopf herangeht. Ich ertappte mich dabei oft, verschwurbelte Online Marketing Tricks im Kopf in Richtung „Call to Action“ und „Driving Engagement“ zu haben, als an meine Leserinnen und Leser zu denken. Aber natürlich fehlten einige sehr wichtige Themen, so hat Sascha komplett das Thema Video und Bild im Social Web ausgelassen. Relevant Plattformen wie Instagram und Pinterest fehlten genauso, wie eine Betrachtung von Youtube Channels und vielleicht sogar Livevideo Plattformen wie Periscope und Meerkat. Aber das ist auch ein wunderbares Lernstück für mich: Es gilt seinen eigenen Social Media Kanal, seine eigene Stimme zu finden. Und generell sind Inhalte im Social Media wichtiger als kurzfristiger Wachstum.

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