Die Not mit Facebook Recruiting Seiten und ein Rettungsversuch

Heute morgen erreichte mich eine derart schockierende Nachricht, mir blieb fast mein Müsli im Halse stecken. Lediglich ein Tick über die Hälfte der für die Facebook Recruiting Studie 2012 untersuchten knapp 300 Facebook Karrierepages, reagieren überhaupt auf ihre Fans. Um es noch deutlicher zu sagen, bei 46,67% der von Atenta untersuchten Facebookpages laufen die Fans mit ihren Fragen zum Unternehmen und dem Bewerbungsprozess komplett ins Leere.

Liebe Recruiter die ihr euch jetzt angesprochen fühlt, bitte setzt doch im Dashboard eurer Seite unter „Genehmigungen verwalten“ das Häkchen auf „Veröffentlichung der Seite zurücknehmen“ bis ihr euch entschieden habt auf den Zug „offener Dialog auf Facebook“ aufzuspringen. Bitte stört nicht die Timelines euer Fans mit phatischer Kommunikation auf die keiner reagieren will, aber auch eigentlich nicht möchte wenn es keine Antwort gibt. Bitte wartet ein wenig, bis es klappt mit dem Facebooken.

ziellose Einstellung

Eine solche Einstellung ist dreist? Ihr denkt was erlaubt sich dieser Berater so eine Frechheit? Mit Verlaub würde ich sogar sagen, dass alle Bemühungen in den Social Media die derartig wie aus der Hüfte geschossen wirken, mehr Schaden anrichten als das sie nützen. Das gilt für schlechte Recruitingvideos genauso, wie eben für Facebookseiten die aus welchen Gründen auch immer nicht mit ausreichender redaktioneller Kompetenz und Community Management geführt werden. Und wehe diese völlig ziellose Einstellung in Bezug auf Social Media Auftritte geht jetzt auch mit Pinterest, app.net oder [add Social Media Hype here] weiter.

Bei dieser Situation ist es sogar besser, wenn man eine Agentur dafür bezahlt die Statusmeldungen schreiben zu lassen. Dann können zumindest technikaffine Junior Community Manager eine schnelle Antwort schreiben, bevor der Bewerber das Gefühl hat, dass er mit seiner Interessensbekundung etwas falsch gemacht hat. Ich halte zwar nichts davon die Contentredaktion für ein so sensibles Thema wie Social Media Recruiting in die Hände einer Agentur zu geben. So versuche ich jeden meiner Kunden so umfassend in Social Media Content Redaktion und Community Management zu coachen, dass dieser Prozess selbständig läuft, aber mit den Ergebnissen dieser Studie, knicke ich glaube ich langsam ein.

Social Media Recruiting wird unterschätzt

Natürlich sind mir die Probleme der meisten Personaler völlig bewusst und es ist auch ein bisschen gemein so direkt zu sein. Aber leid tut es mir nicht, denn es muss wohl noch ein wenig mehr weh tun bis sich wirklich etwas tut. Die Wahrheit ist nämlich nicht, das der Wert von Social Media noch nicht bekannt ist oder das es zuviel andere Dinge zu tun gibt und die Zeit fehlt. Die Wahrheit ist Social Media Recruiting wird maßlos unterschätzt. Es geht nicht nur darum sich auf den Kanälen wo sich die Generation Y trifft auch Gehör zu verschaffen. Es geht um den effizienten Aufbau eigener Kommunikationskanäle, die wie kein anderer Kanal vorher (Print, Messen, Stellenbörsen) eine so direkte und vor allem messbare Erfolgsbilanz zulässt. Gerade auf Facebook kann jeder Personaler zum ersten Mal in Echtzeit sehen wie Kampagnen ankommen und welche Bewerber aus welcher Region und in welchem Alter sich für die Inhalte des Unternehmens interessieren. Als Recruiter 2.0 schafft man es durch aktive Rekrutierung den Kontakt zu potentiellen Mitarbeitern zu knüpfen noch bevor sie wissen das sie einen Job suchen. Der Wert einer aktiven und großen Fangemeinde/Followerschaft/ Leserschaft ist gleichzusetzen mit einem deutlich fünfstelligem Mediabudget, ach was sage ich es geht in die Millionen über die Jahre.

fluide Hilfe

Aber nun genug der direkten Beschimpfung meiner zukünftigen Kunden, ich möchte ja gerne helfen. Die Erkenntnis, dass ein Personaler nun mehr wie ein Marketeer denken sollte, ja ein Meta-Marketeer der nicht nur Netzwerker sondern auch Community Manager gleichzeitig ist, kommt natürlich brutal daher (siehe dazu diesen Beitrag zum Recruiter 2.0 von Suppenkollege Robindro Ullah). Aber es führt kein Weg daran vorbei, wenn man Social Media Recruiting richtig machen will.

Die Skills des Recruiter 2.0 sind vielfältig, eine ganz wichtige Fähigkeit liegt darin relevante Inhalte zu produzieren. Wenn wir bei dem Beispiel Facebook bleiben, ist diese schon in der DNA des Social Network festgelegt. Wer Dinge postet die keinen interessieren, wird gar nicht erst gesehen. Das war diese gemeine Wahrheit über den Edge Rank und Nein, dass ist nicht böse von Facebook sondern der Grund warum Facebook überhaupt noch interessant ist. Wenn ich mir vorstelle ich würde wirklich alle Postings der 924 Seiten die ich geliket habe sehen, ich würde Facebook wohl nicht wieder aufmachen. (Mehr dazu in diesem Artikel vonThomas Hutter)

Ich möchte jedem Leser und aktuellem ffluid Newsletter Abonnenten hiermit ein Angebot machen, ich werde zum nächsten Monat mein vielgenutztes ffluid Facebook Manual, ein ausführliches Whitepaper mit vielen Posting-Beispielen und ausführlichen Erklärungen zu Edge Rank und Aufbau der Facebookseite im Wert von zwei Beratertagessätzen kostenlos weitergeben. Rechts ein Screenshot des Inhalts. Alles was ihr tun müsst, ist euch unter dem Link bit.ly/subscribe-ffluid oder auf der rechten Seite hier auf ffluid.de für meinen vierwöchig erscheinenden Newsletter anzumelden. Denn konkrete Hilfe bekommt nur der, der auch einen Klick weitergeht als alle anderen. In diesem Sinne, ich freue mich darauf bald mehr Corporate Postings in meiner Facebook Timeline zu sehen, denn dann weiß ich das die Facebook Recruiting Studie 2013 besser ausfallen wird.

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