Ein Laden mit ner Menge Mojo

Heute war ich zu Gast bei dem Hamburger Internet Startup Jimdo. Das erste mal habe ich von Jimdo erfahren als mein Coworker Christian Häfner, seines Zeichens Entrepreneur bei fastbill mit seinen Gründerkollegen eine Startuptour durch Deutschland machte und auch bei Jimdo vorbeischaute. Ein Unternehmen das einen Sternekoch einstellt für täglich richtig gutes Essen für jeden Mitarbeiter? Wo flexible Arbeitszeiten den Morgen zwischen 07:00 und 10:00 anfangen lassen? Und regelmäßige Teammeetings im festgemieteten Strandhaus an Ost-und Nordsee stattfinden? Das wollte ich mit eigenen Augen sehen und so freute ich mich sehr als mich Thies Arntzen einlud und ich Zeuge des berühmten Jimdo Mojos sein konnte.

Zu allererst interessierte mich wie man dort ;arbeitet und so zeigte mir Thies wie Jimdo die zur Zeit sehr beliebte Arbeitsmethode Kanban adaptiert hat. Einst in den Produktionsstätten des japanischen Autoherstellers Toyota entwickelt, sollte Kanban zu Deutsch „Karte“ oder „Tafel“ den Materialverbrauch in der Wertschöpfungskette optimieren. 2007 stellte der Software Engineer und Trainer David Andersen sein Konzept Lean Kanban als Arbeitsmethode für IT Projekte vor. Übrigens war eben dieser zufällig zu Besuch als ich da war, einfach so um mit den drei Gründern zu schnacken. Das nenne ich Timing Thies, Dank dir!

Aber zurück zu meinen Eindrücken, die jimdo’sche Organisation mit dieser Methode leuchtete selbst mir als Nicht-Entwickler sofort ein, egal ob man in der Produktentwicklung, dem Business Development oder dem Support stand, überall konnte man sofort an den großen Tafeln erkennen an was das Team arbeitet und wie weit sie sind. Mir gefiel besonders die Transparenz des Karten-Tafelsystems, zu schnell verschwinden Tasks und Aufgaben in Wikis und Workspaces, respektive man muss immer wieder ein Tab öffnen, ein Passwort eingeben, die Information wiederfinden. Anders hier, was an der Wand hängt, hängt an der Wand bis es abgeschlossen ist. Hier ein Filmchen das die Liebe von Jimdo zu dieser agilen Managementmethode verdeutlicht:

[blackbirdpie url=“https://twitter.com/agilemanager/status/207439644340658176″]

Nach einem hervorragenden Essen in den zum Gemeinschaftsrestaurant umgebauten Büroräumen, Danke vielmals Sam das Hühnchen war traumhaft, lernte ich dann bei einem Kaffee das Gründerteam Christian, Friedel und Mathias kennen. Sehr entspannte und sympathische Menschen. Ich mag ja den Dresscode von dir Friedel, bei diesen Temperaturen ist definitiv Barfuß angesagt. Auf wen ich mich aber auch sehr gefreut habe war fast der ganze Rest des Feel Good Teams von Jimdo mit Magdalena und Nadja. Magdalena kam gerade von ihrem Mittagslauf wieder, so konnte sie verschnaufen als ich mich vorstellte. Ich kann gar nichts Spezifisches sagen, die Runde um das Gründerteam und David Anderson war dann doch recht laut, aber es war ein perfekter Moment um einen spontanen Eindruck zu bekommen. Dieser war so erfrischend, offen und authentisch, dass ich ganz elektrisiert von dieser besonderen Mittagspause wieder ins betahaus fuhr.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass es für ein Startup auch kein Wunder ist diese gewisse Rockstar Mentalität zu haben, alles junge Leute und außerdem ist es ja wichtig in dieser Branche mit gewissen Extras die kostbaren Entwicklertalente an sich zu binden. Ich denke aber nicht das diese Aussagen das Jimdo Mojo ausreichend beschreiben, knapp eine Stunde reichte aus um zu spüren das Jimdo eine eigene Kultur gefunden und weiter entwickelt hat. Das starke Wachstum der letzten Monate auf 100 Mitarbeiter und die Expansion nach Japan und in die USA scheinen gut verdaut und integriert.

„We talk with everyone we hire about our vision, our company culture, and that a job with us is not meant to be a short-term commitment. Our employees start and stay with us for exactly those reasons.“
Christian Springbub, CoFounder @ Jimdo

Das interessante aus ffluid-Sicht an jimdo ist der Sog der so offensichtlich entsteht, die Identifikation der Mitarbeiter und das Vertrauen der Gründer muss hoch sein. Viele Agenturen würden das offene Buch des gesamten Teams auf de.jimdo.com als immense Gefahr vor Abwerbung durch Headhunter sehen und nie veröffentlichen. Aber das Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter, der hohe Invest in eine reichhaltige Firmenkultur und vor allem der hohe Grad an Selbstorganisation durch Lean Kanban nehmen solchen Sorgen den Wind aus den Segeln. Bis dahin lese man auf dem Jimdo Gründer Blog mehr zu meiner einleitenden Aussage. Ich bin gespannt wie die Erfolgsgeschichte von Jimdo weitergeht und komme gerne wieder.

Share Post :

More Posts

Schreibe einen Kommentar