Flügel schneidern, bis Sonntags bloggen

Wir sind die eisernen, wir sind die die durchhalten, wir sind Ironblogger. Ab heute geht es los, 39 Netzschreiberlinge aus dem Norden wollen wöchentlich Bloggen. Schafft man es eine Woche mal nicht, kommen fünf Euro in die Iron Blogger Kasse, schließlich wollen wir uns auch regelmäßig feiern mit kühlem vergorenen Hopfensaft.

Guckt man uns Digitalos so an, könnte man sich schon manchmal fragen, ob diese Internetvollschreiberei seltsam macht. Geheime Absprachen, getarnt mit einem Codewort wie #bchh13 #ironbloggerhh oder gar #tassebier, bei der sich Abends Menschen zum Umtrunk eben genannten Gebräus aus Porzellanbechern treffen.

Aber das hat nichts mit „seltsam sein“ zu tun, es sind Rituale der Stärkung die nur ein Ziel haben, die innere Stimme des Zweifels zu übertönen. Jeder der den Weg in die Richtung Shareconomy geht, der anfängt eigene Artikel zu veröffentlichen, der seine Stimme in Form von selbstgehosteten Artikeln erhebt, muss automatisch mit Ablehnung leben. Mal kommt ein Artikel nicht so gut an, selten bekommt man Lob das man nach oder anscheinend statt der Arbeit nochmal den Rechner aufklappt um zu bloggen. Und so richtig verstehen tut es sowieso keiner was man da macht.

Foto: FlickR User Smallest Forest

So schrieb ich die oberen drei Absätze heute im Zug, vorher hörte ich noch einen meiner aktuellen Lieblingspodcasts, den Social Media Marketing Podcast von Michael Stelzner, er hatte heute für mich Seth Godin im Interview der sein neues Buch vorstellte. Es handelt über das Machen und vor allem über die Angst zu scheitern. Der Titel the Icarus Deception spielt auf den griechischen Mythos des geflügelten Jünglings an. Was mich allerdings aufhorchen ließ, war die Ausführung Seths, dass wir selten die ganze Geschichte zu hören bekommen. Dädalus der Vater von Ikarus, der ihm die Flügel mit Federn, Holz und Wachs fertigte damit sein Sohn aus der Gefangenschaft der sie durch die Götter unterworfen wurden fliehen konnte, schärfte seinem Sohn nicht nur ein er
solle nicht zu hoch in Richtung Sonne fliegen, nein, er sagte ihm auch er solle nicht zu tief fliegen. Denn sonst würde die Gischt die Flügel ebenso zerstören wie das gleißende Sonnenlicht.

Mir gefällt dieser für mich neue Aspekt dieser alten Geschichte ganz besonders. Was trauen sollten wir uns, groß denken und uns nicht vom Strom erwischen lassen. In diesem Sinne, verfolgt uns #ironbloggerHH auf Twitter und vielen Dank an Kathrin und Carolin für den Anstoss sowie an alle Ironblogger des Bundesgebiets: #ironbloggerberlin, #ironbloggerstuttgart und den ironironbloggern der ersten Stunde.

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5 Comments

  • Claudia
    8. Januar 2013 at 00:22  - Reply

    Lieber Jörn Hendrik, es ist in der Tat schade, dass oft zu wenig Lob für tolle Beiträge kommt. Deswegen dachte ich, ich fang mal damit an. Danke für diesen schönen Beitrag und die Verknüpfung zum Ikarus-Mythos – passend, spannend und inspirierend. So muss ein Blogbeitrag sein. :)

    • Jormason
      8. Januar 2013 at 00:28  - Reply

      Bedankt die Dame. Und wenn man gar fleissig ist und den Kurs hält, nicht übermütig wird und weiter mit den Flügeln schlägt…dann kommt auch ein Zeichen aus dem Olymp! (: So geschehen für mich heute mit Johnnys Backlink auf mein voriges Posting…damit weiss man dann warum man das hier macht.

  • Nicolas
    8. Januar 2013 at 06:04  - Reply

    Also was hab ich gelernt: Lieber will ich im Feuer der Sonne verschmelzen als von der Gischt des Meeres hinabgezogen zu werden.
    Viel Spass beim Projekt, manchmal ist so ein kleiner, selbstauferlegter Tritt in den Allerwertesten keine schlechte Idee um die Produktivität zu steigern. Goals and Accountability und so weiter.

  • Jana
    27. Januar 2013 at 13:53  - Reply

    Ich wünsch Euch ganz viel Spaß bei der Sache. Ich werde Euer Projekt auf jeden Fall verfolgen und mal schauen, ob Ihr das schafft.

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