Gemeinsam unterwegs im Zeichen der Serendipität – die Mastermind-Gruppe

Als selbstständiger Unternehmer, Solopreneur und generell als Mensch der seine fluide Karriere entwickeln will, ist es wichtig Verbündete zu haben. Ich meine damit nicht die ebenfalls wichtigen Kaffee- und Lunchtermine mit Likeminds oder ein Mentorenprinzip, sondern einen verbindlichen Austausch auf Augenhöhe. Seit kurzem habe ich zusammen mit Moritz Avenarius eine MasterMindgruppe in Berlin gestartet. Dies sind unsere Ziele:

  • Gegenseitige Unterstützung: Wir kommen zusammen um uns gegenseitig zu stärken. Wir teilen dasselbe Ziel und wissen von unseren persönlichen Kämpfen. Die Intimität der MasterMind Gruppe hilft uns diese auch allein zu bestehen.
  • Diversität der Perspektiven: Idealerweise kommen die Teilnehmer der MasterMind Gruppe aus unterschiedlichen Branchen, mit ganz unterschiedlichen Stories. Die gemeinsame Arbeit liefert Perspektiven, die ehrlich, schmerzlich, wertvoll und heilsam gleichzeitig sind.
  • Teilen von Ressourcen: Jeder von uns hat unterschiedliche Fähigkeiten und Zugänge zu Netzwerken, die wir teilen können.
  • Verantwortung: Wir fühlen uns verantwortlich für unsere gewählten Ziele und pushen uns gegenseitig zur Erfüllung der nötigen Tasks zur Erreichung der jeweiligen Ziele.

Der Ursprung der MasterMind-Gruppe

Eine Gruppe ab zwei bis maximal 12 Menschen trifft sich regelmäßig um sich ein Ziel zu stecken und sich dabei zu helfen es zu erreichen. Die Idee dazu hatte der Erfinder des Genres der Motivationsbücher Napoleon Hill (*1883. †1970). In seinem wohl berühmtesten Werk: Think and Grow Rich, skizziert er die Erfolgsmuster von berühmten (damals meist männlichen) Unternehmern wie Thomas Alva Edison, John D. Rockefeller oder Henry Ford. Er war aber nicht der erste der solche Treffen vorschlug, Benjamin Franklin traf sich schon 1727 jeden Freitag Abend mit seinen Getreuen zu dem sogenannten Junto-Treffen. Jeder Teilnehmer musste eine Essay pro Woche schreiben und es gab eine Strafzahlung für jeden der zu harsche Kritik äußerte. Vielleicht inspirierte diese Gruppe ihn auch zu diesem Zitat:

„Tell me and I forget. Teach me and I remember. Involve me and I learn.“ – Benjamin Franklin

Struktur unserer MasterMindgruppe und Arbeitswerkzeuge

Grundsätzlich gibt es keine Struktur im Sinne von festen Rollen, Moderatoren oder gar Hierarchien. Moritz und ich sind zwar stark in den Bewerbungsprozess involviert und organisieren einiges am Drumherum (Räume, Kommunikation). Aber jede und jeder ist eingeladen ebenfalls Teilnehmer einzuladen, sich einzubringen mit Inhalten und eigenen Ideen für die Gruppe. Die Gruppe ist sich selbst genug und entwickelt sich mit jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer. Ein paar bewährte Strukturinseln haben wir aber trotzdem um die Kommunikation zu erleichtern:

Die Eröffnungsrunde

Um uns nicht zu stark in Nachfragen und Gespräche zu verlieren und um trotzdem von jedem zu Beginn jeder MasterMind Session ein Update und ein Gefühl zu bekommen wo wir stehen als Gruppe, gibt es die Eröffnungsrunde. Jeder bekommt 2 Minuten Redezeit über den aktuellen Stand und das Befinden zu sprechen. Danach gibt es eine 60 sekündige Redepause um dem Gehörten Raum zu geben und um es zu verarbeiten.

Atempause

Jeder kann zu jeder Zeit eine Atempause erbitten in der 60 Sekunden nicht gesprochen wird. Alle kommen zur Ruhe, halten inne und atmen durch. Denn nicht alle können Informationen gleich schnell in allen Situationen aufnehmen und nach kraftvollen Diskussionen tut eine Bedenkpause der Gruppe gut.

Spiegelrunde

Zum Abschluss jedes Treffens der Mastermindgruppe, spiegeln wir 60 Sekunden lang unsere Eindrücke der Session, teilen unsere Gefühle und wichtige Ideen die uns für einen anderen im Kopf herumschwirren.

Bewerbungsfragen

Wir stellen um uns als Gruppe kennenzulernen drei Fragen als Beschreibung der eigenen Person. Dabei verzichten wir auf große Lobhudelei und Titel, obwohl natürlich auch gesagt werden darf und gesagt werden soll wie der Status Quo ist. Die dritte Frage haut dann aber alles wieder raus, was man sich vorher andichtet. Funktioniert tadellos:

  1. Wer bist du und was ist Deine Story? Vergiss Deinen CV, Deine Auszeichnungen und die Höhe Deines Tagessatzes: Was ist Deine Geschichte? Warum stehst Du heute dort wo Du stehst? Was war Dein geheimer Lebensplan, wie bist Du dem nachgegangen?
  2. Was waren Deine wichtigsten Momente des Scheiterns? Wo hast Du es so richtig verbockt, warum und was hast Du daraus mitgenommen?
  3. Womit brauchst du Hilfe und welche Hilfe kannst Du anbieten?

Der größte Schatz ist Serendipität

Wir haben schon ein wenig diskutiert, wie wir die Inhalte und die Ziele strukturieren. Doch klar ist im Grunde nur eines: Wir treffen uns mindestens 12 Mal im Jahr und arbeiten an unseren Zielen. Welche genau das sind und wie das geschieht, tja, dass wissen wir noch nicht. Denn wir haben nach unserem ersten Treffen gemerkt, dass uns die Gemeinschaft, die vertrauensvolle Atmosphäre genug ist. Natürlich könnte man gerade wenn eine Gruppe Unternehmerinnen, Solopreneure und Führungskräfte zusammensitzt daran denken „the next big thing“ zu starten. Zwar will ich das nicht ausschließen, aber es ist doch zu einfach sich gleich in das nächste Projekt zu stürzen, sich gegenseitig Versprechungen zu machen und ein Manifest zu verfassen. Die drei Prinzen von Serendip heißt das persische Märchen, das den englischen Historiker Horace Walpole zur Wortschöpfung Serendipity inspirierte. Die Kunst loszulassen und sich und dem Moment zu vertrauen, dass etwas halbwegs gescheites bei raus kommt, dass ist der größte Schatz der MasterMind-Gruppe für mich. Wer braucht schon weitere Projekte wenn das aller größte Projekt eine gemeinsame Reise ist?

(Foto Credits: Flickr, Anthony Auston)

Share Post :

More Posts

Schreibe einen Kommentar