Starke Meinungen und starke Frauen

Eine wirkliche Freude war das Interview mit Nora und Susann für diesen 32. ffluidcast. Denn für mich sind sie zum einen die beiden Gründerinnen mit den mit Abstand großartigsten Teambildern und ihr Baby Edition F gehört seit dem Launch im Frühjahr 2014 zu den heißesten Medien Startups des Landes. Edition F ist das online Magazin für Frauen zwischen 25 und 45 die im Leben etwas erreichen und erleben wollen. Und die Inspiration durch Austausch mit spannenden Persönlichkeiten auf einer digitalen Heimat suchen. Natürlich sind Männer dabei nicht ausgeschlossen, wie ich ja schon durch meine Begeisterung für die Edition F Inhalte im 29. ffluidcast mit Carina zeigte.

Journalismus 2.0

Wie es so ist als Gründerin mit einem Medien-Startup, das war ein Thema unserer Unterhaltung. Die Diskussionen um die Monetarisierung von Online Content nehmen beide gelassen hin. Edition F hat nicht den Anspruch der Abdeckung wie klassische News, so Nora. Edition F geht es um Hintergrundgeschichten und starke Meinungen. Bei dem oben schon verlinkten Community Beitrag von Carina, wird deutlich warum das Thema Burnout beschrieben von jemandem der einen Burnout hatte, viel besser zugänglich wird, als wenn ein Journalist das recherchiert hätte.

Was wir gesehen haben ist, dass sehr viele Sterotype immer noch funktionieren. Frauenmedien schreiben über Beauty, Lifestyle und Mode und die Wirtschaftsthemen interessieren nur die Männer. Das wollten wir ändern und zwar durch ein digitales Zuhause wo man Inspiration bekommt durch Menschen die man toll findet. Wir machen das für eine neue Generation Frau und Mann. Susann Hoffmann

Wir diskutierten auch das Thema Paid Content, also quasi das Aussperren der Leser durch die Bezahlschranke. Für Nora macht das total Sinn für die richtige Zielgruppe und die richtigen Themen. Aber bei Edition F geht es eher um Community und Events. Und außerdem ist es im Startup genauso wie bei Medien: Man muss immer agil bleiben und sich trauen seiner Zielgruppe unterschiedliche Dinge anzubieten, darauf zu reagieren. Dabei ist auch wichtig zu akzeptieren, wenn gewisse Dinge nicht funktionieren.

Tipps für Gründerinnen

In ihren aktuellen Webinaren geht es Nora und Susann schon um die Stärkung des eigenen Profils ihrer Leserinnen. Ein Herzthema ist ihnen jedoch die Gründung. Für Susann ist total wichtig, dass man sich vor der Gründung die Frage stellt: Bin ich eigentlich der Gründertyp? Ist man bereit für die Idee, die man da hat, durchs Feuer zu gehen? Denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich so einiges verändern und die anfängliche Startidee wird nicht die Idee sein, die dem Startup zum Erfolg verhilft. Aber wenn man trotzdem bereit ist, an der Grundvision festzuhalten, dann ist frühes Starten und frühes Feedback total wichtig für die schnelle Entwicklung der Gründungsidee.

Ich konnte meine Angst vorm Scheitern dadurch mildern, dass ich mir sagte, dass ich eigentlich immer wieder zurückgehen kann, wenn es mit der eigenen Idee nicht direkt klappt. Und für die Gründung im Medienbereich ist es sehr wichtig sich neben den Inhalten schon genau zu überlegen, wie das Geschäftsmodell aussieht. Denn contentnahe Geschäftsmodelle sind nicht unbedingt Investorenlieblinge. Die Fragen: Wie funktioniert das, wie kann ich damit Geld machen sollten ganz klar sein. Nora Vanessa Wohlert

Wer auf Investorensuche geht, sollte sich laut Nora genau anschauen, wen er sich ins Boot holt. Für Medien-Startups gibt mehrere Möglichkeiten wie den next media Accelerator der dpa oder Axel Springer’s Plug and Play. Einweiterer Punkt ist Susann noch ganz wichtig, denn gerade als Blogger sollte man bereit sein sich frühzeitig einen technikaffinen Cofounder- oder Geschäftspartner mit rein zu holen. Oder zumindest bereit sein sich so reinzufuchsen, dass man im Bereich der Technik mitreden kann. Denn das reine Ausliefern von Content ist es dann leider doch nicht, die Technik ist das A und O für ein Medienstartup.

Shownotes

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