Warum Lady Gaga online auch nur ein Mensch ist

Wie wichtig sind eigentlich Fan und Follower Zahlen? Zählt nicht viel eher die wirkliche Interaktion mit der Fanbase? Kommt es nicht eher auf die Inhalte an? Facebook hat uns mit dem Edge Rank gelehrt, dass uns die Fans eigentlich nur dann etwas nutzen, wenn wir auch Shares (Gold), Kommentare (Silber) und Likes (Bronze) bekommen. Postings die kein Feedback erhalten, gehen unter in der Timeline.

Das eigene Social Network von Lady Gaga

Auf meinem Weg zu einer drei-Städte-Roadshow in die Schweiz, habe ich mir die letzte Ausgabe der deutschen Wired gekauft und las einen Artikel des Lady Gaga Managers Troy Carter (hier der Original Artikel). Dieser Mann hat Großes vor, Troy will aus dem Social Media Imperium des berühmtesten Popstars weltweit, ein völlig neues Fanerlebnis machen. Mit dem Launch des eigenen Social Networks Little Monsters von Gaga, das auf der Technologie des Startups Backplane basiert, ist der erste Schritt in diese Richtung getan.

Aber trotz alledem ist Gaga DIE Instanz in den Social Media. Mit bald 54 mio Fans auf Facebook (Platz vier) und 31 mio Twitterfollowern (Platz eins) versteht sie es beispielhaft Ihre Fans in Verzücken zu versetzen. Aber um auf die einleitenden Fragen zurückzukommen, wieviel Power hat Gaga denn mit der viertgrößten Facebookpage eigentlich?

Diese Frage konnte ich für mich letzte Woche beantworten, als ich auf ein Posting von ihr aufmerksam wurde. Hier warb sie für ein Wasser das die Company hinter ihrem Manager „Atom Factory“ gerade herausbrachte.

So ein bisschen Wasser in der Plastikflasche ist total modernes Zeug und super In gerade. Es müsste sich also über den Millionen Account Gaga’s wie geschnitten Brot verkaufen. Ich begab mich sofort auf die Seite und machte Screenshots von der rasant wachsenden Fangemeinde von „Pop Water“. Hier die Ergebnisse:

Direkt nach dem Posten auf der Lady Gaga Fanpage, hatte die Seite erst 190 Fans.
Noch in derselben Minute, schoss die Fanzahl auf 349!
Knapp zehn Minuten später durchbrach die Seite die 1.000 Fanmarke!

Wow, dachte ich bei mir. Mit jeder Minute die verstrich prasselte es Likes. In nicht einmal zehn Minuten hatte die Seite über 1.000 Fans. Ein Wahnsinn! Welche Recruitingseite wünscht sich nicht einmal ein derart rasantes Wachstum hinzulegen? Vielleicht sollte man einfach mal bei Lady Gaga anklopfen?

Als ich diese Entdeckung meinen Coworkern im betahaus vorstellte, zuckten diese mit den Schultern und sagten: „Tausend Fans in zehn Minuten? Nur? Das ist schwach!“ Und nach ein wenig nachdenken muss ich sagen, sie haben verdammt nochmal recht. Gehen wir einmal davon aus, dass alle diese Likes von dem Posting von Lady Gaga herrühren. Runden wir auf 1.000 Fans ab und nehmen glatte 53.000.000 Fans. Dann haben insgesamt nur 0,0001 Prozent aller Fans dieses Posting so wahrgenommen, dass sie mit einem Like darauf reagierten. Das ist eine Null mit drei Nullen rechts vom Komma!

Nach dieser Entdeckung muss ich sagen, machen die bombastischen Fan und Followerzahlen der Stars nicht mehr einen so großen Eindruck auf mich. Ich stimme meinem Bloggerfreund David Philippe zu, der vorletzte Woche schrieb: „Ich habe keinen Bock mehr auf euren Schwanzvergleich!“. Vollkommen richtig, es geht um die Inhalte, den steten Aufbau der Beziehung zu den Lesern und Fans und darum ein feines Gespür zu entwickeln für diejenigen die einem da draußen zuhören. ;

Was wollt ihr denn mit den Fans machen? Denkt da doch bitte einmal drüber nach, bevor ihr da viel Geld investiert! Es ist sinnvoller, beim Fanaufbau gleich auf die Zielgruppe zu achten. Dann ist man vielleicht nicht so schnell wie der Wettbewerber, dafür hat man aber die richtigen Leute, die womöglich auch echte “Fans” sind und nicht einfach irgendwelche Like-Zombies.

David Philippe auf davidphilippe.wordpress.com

In diesem Sinne hoffe, dass ich ein wenig dazu beigetragen zu habe das auch ihr diesen falschen Respekt vor großen Zahlen verliert. Es geht um etwas anderes bei Social Media und wer das versteht, wird auch davon profitieren können.

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