work is not a job

Catharina hat nichts gegen das Angestelltsein, sie ist aber für die Selbständigkeit. Und für Sophie ist die Bestätigung der eigenen Schaffenskraft, die beste Sicherheit die man im Arbeitsleben haben kann. Es geht in dem 23. ffluidcast (denn es ab sofort wieder auf iTunes zu abonnieren gibt) natürlich wieder um Arbeit. Vor gut vier Wochen habe ich auf der work in progress in Hamburg endlich die Möglichkeit gehabt die ansonsten doch scheuen Wesen, die hinter so großartigen Projekten wie dem hello handmade Markt, dem Interviewblog superwork, supercraft, lemon books und dem Blog workisnotajob vor das Mikrofon zu bekommen. Der Anlass war das im September letzten Jahres erschienene Buch von Catharina Bruns workisnotajob, von dem ihr zum Schluss dieses Podcasts und Shownote-Postings ein Exemplar gewinnen könnt. 

Für mich bedeutet sich selbständig zu machen auch sich zuständig zu machen. Die Frage ist doch, was bewegt mich eigentlich dazu eine Arbeit zu machen? Denn wer gründet, der hat auch einen Grund.

Catharina Bruns

Sophie (links) und Catharina (rechts)

Was für ein schöner Satz zur vermeintlichen Streitfrage „Selbständigkeit vs. Angestelltsein“. Und so wichtig. Denn als ich die ersten Seiten von Catharina’s Buch las, dachte ich bei mir: „Schon wieder so eine Glorifizierung der Maker-Startup-Selbständigen-Welt!“. Vor allem im Licht meines aktuellen Projektes, der Superhelden Typologie, dachte ich es sei ein wenig zu kurz gefasst nur auf die Selbständigkeit zu gehen. Man würde zu viele Leute hinter sich lassen. Doch was Catharina da sagt ist groß. Denn viele Leute fragen sich, was sie machen sollen. Laut Catharina ist das aber gar nicht so wichtig. Sie möchte die Frage umformulieren in „Was ist mein Grund?“. Die Frage danach was ich machen soll, verführt auch oft dazu Verantwortung abzugeben. Was die berühmte Generation Y laut der aktuellen Studie von Embrace „Karriere trifft Sinn“ alles so verlangt, ist nicht ganz ohne. Unternehmen sollen sich ihren Wertevorstellungen anpassen, ihr grundsätzliches Geschäftsgebahren das nur auf Rendite getrimmt ist überdenken und ein Feelgood Manager wäre wohl auch nicht schlecht. Aber laut Catharina reicht es nicht zu verlangen, eine Anspruchshaltung führt nicht zu Neuem. Eine unternehmerische Haltung einzunehmen die Dinge schafft und aufbaut ist der Schlüssel, auch als Angestellter. 

Sich zuständig zu fühlen. Sich einer Sache verpflichten, dass es gelingt. Das hat mir Tür und Tor geöffnet für sämtliche Projekte, ich habe tolle Leute kennengelernt auf der ganzen Welt mit dieser Haltung. Sobald du sagst ich bin verantwortlich, sobald man das positiv besetzt und stolz darauf ist was man tut und wo man seine Energie reinsteckt, dann ist man selbständig. Ich unterscheide nicht zwischen angestellt oder und selbständig sein, ich unterscheide zwischen dem Grad der Mündigkeit oder ob man sich begnügt Befehlsempfänger zu sein. Man kann sich doch nicht darüber beschweren immer angeleitet zu werden, aber nicht selber ans Steuer wollen, dass schließt sich ja quasi selbst aus.

Catharina Bruns 

Das workisnotajob Manifesto

Wow, oder? Ich meine das ist eine Dimension in der Betrachtungen von Berufung und der damit verbundenen Arbeit. Ich mag das sehr, denn auch wenn es manchmal hilft ans Aussteigen zu denken und gegen etwas zu sein, ist es doch nicht konstruktiv. Was dabei mitschwingt hat allerdings so eine Tiefe, dass es schon ein wenig Angst macht. Denn wenn man laut Catharina, nicht verwirklicht was in einen steckt, ist das ganz schlimmer Verrat an einem selbst. Und das ein ganzes Leben lang durch zu halten, grenzt geradezu an Verschwendung. Das eine solche Haltung in der Zeit in der wir heute leben nicht mehr nötig ist, macht das Gefühl der Dringlichkeit das Steuer der eigenen Schaffenskraft in die Hand zu nehmen nur noch dringlicher. Wir haben wirklich keine Ausrede mehr, meint sie.

Doch wie findet man zu dieser unglaublichen Selbstsicherheit und woher kommt die Kraft seinen Weg unbeirrt von Niederlagen und Stürzen weiter zu gehen? Dazu hat Sophie eine wunderbare Antwort: 

Aha Momente kommen immer dann, wenn man davon träumt etwas zu machen und es dann plötzlich wahr wird. Dann denkt man, jetzt ist es tatsächlich Realität geworden. Und dann weiß man, wenn man wieder von etwas träumt das vorher nie da gewesen ist, ich weiß das es passieren kann, weil ich es einfach schon erlebt habe. Und das ist eigentlich die beste Sicherheit die man überhaupt haben kann.

Sophie Pester 

Das heißt im Grunde, es gibt keine größere Kraft zur Selbstmotivation als die Bestätigung der eigenen Person, der eigenen Fähigkeiten. Ich finde das ist ein ganz wunderbares Geschenk und sehr inspirierend. Ich bedanke mich auch an dieser Stelle noch einmal bei euch Catharina und Sophie. Wir werden sicher von vielen weiteren kreativen Projekten von euch hören und ich hoffe ihr findet durch diesen bescheidenen Beitrag auch eine gute Handvoll weitere Mitstreiter in eurer Mission. An eben jene, ihr könnt Catharinas Buch gewinnen, dafür kommentiert einfach unten zu der Frage „Was bedeutet Arbeit für euch?“ und ihr nehmt automatisch an der Auslosung teil. Und jetzt hört rein in den Podcast.

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2 Comments

  • Becx
    14. April 2014 at 09:23  - Reply

    Früher hiess es: Finde keinen Beruf sondern Deine Berufung und Du wirst keinen Tag mehr als Arbeit empfinden. Heute, im Zeitalter der Anglizismen, heisst es „workisnotajob“. Problem ist nur ein neues Hobby zu finden :)

    • Jormason
      14. April 2014 at 10:29  - Reply

      True lieber Becx. Es ist heute aber auch etwas fluider, viel verschwimmt. Die Business Mails am Wochenende, die Barcamps und andere Konferenzen wo man auch informell Freunde trifft. Ich finde die Möglichkeiten sind in jedem Fall noch ein Stück besser als damals.

      Was ist heißt denn für dich Arbeit? Oder hast du schon ein Exemplar von workisnotajob?
      :)

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