Das richtige Leben im Falschen

Das Gespräch mit Daniel Kruse über die Socialpreneure und Initiativen hierzulande, nahm interessante Wendungen, nachdem ich völlig kompliziert mit einem Zitat von Theodor Adorno startete. „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“, zitierte ich den Mitbegründer der Frankfurter Schule (danke Arne für die Anregung) und fragte Daniel ob er einen Ausweg sieht aus dem offensichtlichen Wahnsinn in den sich die Menschheit aktuell hineinmanövriert. Gibt es nachhaltigen Konsum in einer Konsumgesellschaft? Gibt es Likes und Facebook-Statusmeldungen die wirklich helfen können, trotz einem vom NSA überwachten Internet?

Daniel ist Mitgründer der Kommunikationsagentur Wigwam und hat sich auf Kommunikationsstrategien für „die Guten“ spezialisiert. Das sind zum Beispiel NGO’s, grüne Unternehmen, Stiftungen und die eine deutsche grüne Partei. Interessant ist, dass sich die Frage danach wer gut und grün ist für sie nie gestellt hat, nach einigen Jahren kamen die „richtigen“ Kunden ganz ohne Ausschlussklausel zu Wigwam. Im Umkreisen der eingangs gestellten Fragen, sagt Daniel, es geht ihm darum positive Kipppunkte zu finden, die das Potential haben Veränderung anzustoßen.   

„Lasst uns mehr richtige Leben leben, damit das Falsche verschwindet.“

Daniel Kruse, Mitgründer Wigwam

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Die Suche nach dem richtigen Leben, führt Daniel immer wieder neu und will auf diesem Weg möglichst Viele mitnehmen. Zusammen mit seinen Kollegen und Wegbegleitern hat er viele Projekte aus dem Boden gestampft, die die Menschen und Projekte sichtbar machen die sich dem Calling verschrieben haben die Welt ein Stück besser zu machen. Dazu gehört die re:campaign – die Konferenz für die digitale Zivilgesellschaft, Publikationen wie der NGO-Leitfaden, der in Zusammenarbeit von Wigwam mit betterplace entstanden ist. Oder Daniels neustes Projekt dem openstate.cc, einer Plattform die in sehr deutlichen Worten den Stand der aktuellen gesellschaftlichen und ökologischen Krisen auf den Punkt bringt und Lösungen erarbeitet.

Wir sprachen auch über die Plattformen die Socialpreneuren, also Unternehmern die für die Gute Sache gründen, helfen auf die Beine zu kommen. Dazu gehört u.a. das Social Impact Lab, das betterplace Lab und auch der Vision Summit. Ich habe größten Respekt vor der Leistung der vielen unermüdlichen Gründer, Kämpfer und Helfernaturen die in dem Feld der Social Startups unterwegs sind. Mit dem Carrotmob Hamburg habe ich selbst erlebt wie hart dieser Kampf ist. Ständiges Überzeugen und die Frage danach, ob man davon wirklich leben kann, sind an der Tagesordnung. Aber es scheint auch aktuell ein Wandel stattzufinden, ein Gutes Beispiel dafür ist unserer Meinung nach das Berliner Store Projekt „OU original unverpackt“. Die zwei Gründerinnen hatten die Idee zu einem Kaufladen, wo es nichts gibt was irgendwie verpackt ist. Also eine höchst ökologisch sinnvolle Unternehmung. Das Enorm Magazin brachte die Stimmung die Daniel und ich ansprachen auf den Punkt und titelte aus dem Interview „Die Leute haben einfach Bock drauf“. Anders lässt sich der große Hype um die Idee (das Crowdfunding Ziel von 45k Euro wurde mit 105k Euro weit übertroffen) nicht erklären. Hoffen wir das noch viele derartige Projekte folgen und das Daniel sein großes Netzwerk weiter ausbaut und so den sozialen Projekten zu mehr Sichtbarkeit verhilft. Und jetzt viel Spaß beim lauschen des 26. ffluidcast:

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