Warum Deutschland mehr im Tandem arbeiten sollte

Es ist schon interessant, dass ich bis zu dem Tag als ich Anna und Jana zum ersten Mal über ihr Startup Tandemploy habe sprechen hören, noch nie wirklich über Jobsharing nachgedacht habe. Projektarbeit im Team mache ich seit Jahren und ich kenne genug Kollegen die in Teilzeit arbeiten. Aber das sich zwei Menschen eine Position teilen? Es gibt nicht wirklich Stellenanzeigen da draußen, die entweder die eierlegende Wollmilchsau suchen, oder zwei Mitarbeiter die gemeinsam in der Lage sind, die zum Teil unrealistischen Jobanforderungen tatsächlich zu erfüllen.

Dabei ist das Prinzip schon seit Jahrzehnten etabliert, Top-Sharing, Job-Pairing, Job-Splitting. Es gibt viele Möglichkeiten der Arbeitsplatzteilung, die nicht nur dem Arbeitnehmer mehr Freiheiten ermöglichen, sondern auch dem Arbeitgeber ein glücklicheres, effizienteres und vor Ausfällen gefeites Mitarbeiter-Tandem bieten.

Die Fluidität der Arbeit ist überall, da sind flexible Modelle einfach wichtig. Viele IT’ler zum Beispiel, würden gerne zu einem Teil in Festanstellung arbeiten und nebenbei noch genug Zeit für eigene Freelance-Projekte haben.

Anna Kaiser, Gründerin und Geschäftsführerin, Tandemploy

Das Zitat von Anna ist ein schönes Beispiel für den Zeitgeist. Heutzutage brauchen wir halt eine gewisse Sicherheit um die Miete zu bezahlen, aber gleichzeitig wollen wir uns einen Platz in der glitzernden Welt der Startups und Projekte sichern. Oder warum nicht dem Hobby mehr Raum geben? Mit Jobsharing kann man die Dinge tun, die man schon immer tun wollte. Wie zum Beispiel einen Monat richtig reinklotzen und den nächsten Monat frei nehmen und die Welt bereisen, während der Tandempartner die Stellung hält.

Doch was bedeutet das Modell für den Arbeitgeber? Sehen Job-Sharer für den Chef nicht aus wie Life-Life-Work-Balance süchtige Underperformer? Ist das nicht ein erheblicher Mehraufwand eine Position zu teilen? Hier sind die Fakten besonderes interessant, über die Jana in dem 25. ffluidcast ab Minute 08:45 spricht. Den der Synergieeffekt der entsteht, wenn zwei unterschiedliche Menschen ihre Fähigkeiten vereinen, macht aus einer Stelle die 50+50 besetzt ist oft 120 statt 100. Denn durch zwei Köpfe und zwei Potentiale, steigt auch die Kreativität, ständiger Perspektivenwechsel sorgt für erhöhte Fluidität und die Produktivität bei Teilzeitkräften steigt, so Jana, Maßen um 10%-15%. Und auch ein schöner Fakt; wird eine Jobsharing Position eingerichtet, bleiben 100% der Unternehmen auch bei dem Modell. Das spricht fürden Erfolg des Tandems. Ein Nachteil ist aber, dass ständig Übergabegespräche fällig sind, die bei einer 100% Stelle natürlich nicht nötig sind. Die Planung der Arbeitszeit ist sicherlich auch nicht immer nur leicht, aber die erhöhte Kommunikation hat auch einen positiven Effekt:

Jobsharing kann einen entscheidenden Beitrag für eine transparente Unternehmenskommunikation leisten. Denn das Funktionieren von Jobsharing ist so sehr darauf angewiesen das man sich gut abspricht, das man für den anderen mitdenkt, das man Verantwortung übernimmt und Sachen klar äußert. Da kann man total gewinnen.

Jana Tepe, Gründerin und Geschäftsführerin, Tandemploy   

Ein Blick auf die Plattform tandemploy.com

So. Das ist doch mal etwas wirklich Gutes. Wenn an so manchen Stellen in diversen Unternehmen wo ich mich bewegt habe, eine erhöhte Transparenz und ständige Absprache zu den ganz relevanten täglichen Arbeitsabläufen stattfinden würde, es wäre ein echter Game Changer meiner Meinung nach. Von mehr Transparenz in den Arbeitsabläufen und bei einem Top-Sharing Team sogar in der Führung, davon kann ein Unternehmen doch nur profitieren. Die Plattform die Anna und Jana aufbauen, führt Tandemsuchende und Unternehmen die Stellen für Jobsharing ausschreiben wollen zusammen. An dieser Stelle möchte ich nochmal einen Link zu der Plattform von Tandemploy setzen und es sei auch erwähnt, dass aktuell eine Stelle für einen Ruby-Entwickler ausgeschrieben ist für die Entwicklung der Plattform, natürlich im Tandem. Euren Tandempartner Rico könnt ihr hier schonmal sehen. Ich wünsche dem Team von Tandemploy alles erdenklich Gute für den Aufbau der Plattform, ich bin überzeugt. 

Update: Seit 20.08. ist auf Startnext die Crowdfunding Kampagne von Tandemploy online, Anna und Jana freuen sich über jede Unterstützung: startnext.de/tandemploy

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