Hamburg, deine Perlen. Berlin ruft.

Endlich kann ich es mir von der Seele schreiben. Ich gehe nach Berlin, verlasse Hamburg und erweitere meinen Themenhorizont in Richtung New Work. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber nach fast einem halben Jahr guter Gespräche mit Bastian fange ich heute bei jovoto für die Bereiche Sales & Marketing im Herzen Kreuzbergs an zu arbeiten.

In eine Festanstellung, ehrlich?

Genauso ist es, ich arbeite ab sofort wieder auf Lohnsteuerkarte, so richtig mit festem Gehalt. In unzähligen Vorträgen, Lunchterminen und Blogpostings habe ich mich mit den Vorzügen des Gründens und der Selbständigkeit beschäftigt, ja als Evangelist quasi dafür gekämpft. Aber viel mehr als das, bin ich ein Freund fluider Entwicklungen. jovoto ist als führender Anbieter einer Creative Crowdsourcing Plattform mit einer schlagkräftigen Crowd aus über 40.000 Mitgliedern weltweit und hunderten erfolgreich durchgeführten Projekten für Startups, NGOs und globally leading Brands, der Erschließung des Arbeitsmodells der Zukunft sehr nah gekommen. So nah, dass ich schon im Frühjahr letzten Jahres auf Tuchfühlung mit dem CEO und Gründer von jovoto Bastian Unterberg ging. Die erfolgreiche Teilnahme als Kreativer bei dem Wettbewerb Agencies of the future war die perfekte Grundlage zu konkreten Gesprächen um die Position die ich ab heute innehabe. Ich freue mich zum einen im Bereich Sales zu arbeiten und Schwerpunktmäßig die Themen Kommunikation und Marketing zu gestalten. Das Schöne an dem großartigen Team von jovoto ist der unbezwungene Startup-Geist, der auch nach fünf Jahren das Unternehmen noch durchströmt und es gibt noch soviel zu tun. Ich sage nur Relaunch, hochspannende neue Geschäftsfelder und New York City, Baby!

Was passiert mit ffluid?

Natürlich kann ich als Unternehmer nicht einfach von heute auf morgen alles stehen und liegen lassen. Es gibt wunderbare laufende Projekte, ein hohes Interesse an zukünftigen Kunden für whatchado in Deutschland und ich habe bereits jetzt gebuchte Speaker-Auftritte für 2013. Kurzum, erst einmal ändert sich für meine Kunden nichts, ich werde weiterhin für laufende Projekte und Anfragen zur Verfügung stehen. Allerdings nicht mehr in einem völlig freien Zeitrahmen, ich werde bis April 2013 in einer 80/20-Regelung jeweils von Montag bis Mittwoch in Berlin sein und den Rest der Woche im betahaus Hamburg arbeiten. Danach werde ich dann die Projekte meiner Stammkunden an meine geschätzten fluiden Partner übergeben und die Kommunikation zu whatchado an Wien.

ffluid wird als Marke weiter Bestand haben und im Grunde freue ich mich auch auf die bevorstehende Zeit für dieses Blog. Denn dann kommt der ganze „Beraterkrempel“ runter und ich kann mich auf das konzentrieren was mir von anfang an am meisten Freude bereitet hat – die Produktion von hochwertigen Inhalten für euch. Ich möchte ffluid.de zu einem Blog ausbauen an dem man in Puncto Innovation, Coworking und Recruiting nicht vorbei kommt im deutschsprachigen Raum. Der Podcast wird natürlich weiterleben und ich freue mich riesig auf die vielfältigen Möglichkeiten in Berlin mit großartigen Menschen zu sprechen. 

Hamburg, deine Perlen

Ich habe mich seit der Zusage von Jovoto intensiv mit dem Thema Hamburg vs. Berlin auseinander gesetzt. Denn ich werde nicht nur dort arbeiten, sondern zu Mitte nächsten Jahres mit meiner Familie in die Hauptstadt ziehen. Das ist ganz schön aufregend alles und ich sehe schon jetzt jede Fahrradtour an der Alster, jede Bahnfahrt an altbekannten Haltestellen und jeden Besuch am Hafen aus den Augen der Erinnerung. Hach. Aber auch hier kann ich als Freund und Befürworter des Wandels nur sagen, ich freue mich riesig auf die neue Herausforderungen und auf dich Berlin, du riesengroße Stadt.

Meine Beraterschaft für Social Media Recruiting und die Verwurzelung von ffluid im betahaus Hamburg werde ich aufgeben. Was das betahaus angeht kann es im Grunde nicht besser kommen, jovoto sitzt genau ein Stockwerk über dem Coworking Mutterschiff, dem betahaus Berlin mit der Open Design City und vielen fabelhaften Startups. Was das Social Media Recruiting angeht, so werde ich diesen Bereich nicht mehr weiter in der aktiven Beratung verfolgen. Ich erinnere mich noch gut als der nun als freier Autor und Journalist aktive Wahlmünchner Tom Hillenbrand Hamburg verließ, Hamburg keine Perle schrieb Tom.

Ich möchte den Vergleich nicht in der Form auf die Stadt anwenden, dafür werde ich zu sehr mit weinendem Auge gehen. Aber einen Teil der Kritik die in dem Posting mitschwingt, erkenne ich in meiner Arbeit als Berater für Social Media Recruiting in Bezug auf die Personalabteilungen Hamburgs wieder. Und nicht nur in Hamburg spüre ich es. Seit meinem Brief an das Social Media Recruiting bei den Netzpiloten, spreche ich es auch laut aus: die Personalabteilungen dieses Landes sind noch nicht bereit für ganzheitliche Social Media Recruiting Strategien. Zuviel Unsicherheiten gibt es, zuviel Kritik an andernorts längst gelebten Fakten. Und das Schlimmste, es mangelt an Budget und auf Seiten der Unternehmensführung an Einsicht zur Dringlichkeit wirklich andere Recruiting Wege zu gehen. Natürlich gibt es gute Beispiele die beweisen, dass es auch anders geht, aber es reicht eben noch nicht. Gerne hätte ich weiterhin an der Social Media Recruiting Front gekämpft, um insbesondere Hamburgs „Arbeitgeber-Perlen“ mit Expertenmagneten und Ich-bin-stolz-Kampagnen zu versorgen. Wenn sich aber derartige Chancen ergeben wie hier und jetzt bei jovoto, dann muss man einfach Tschüss sagen.

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8 Comments

  • Andreas Weck
    4. Dezember 2012 at 15:55  - Reply

    War jetzt auch mal drei Monate in Berlin. Es wird dir gefallen. Für mich geht es nun Ende des Jahres erstmal wieder zurück nach HH. Ich wünsche dir alles Gute im dicken B. Und freue mich auf ffluid.de als Blog mit tollen Artikeln. Beste Grüße, Andreas

    • Jormason
      4. Dezember 2012 at 16:12  - Reply

      Dank dir lieber Andreas und kann ja wohl nicht sein das wir uns derart verpassen…Ts ts ts…dann müssen wir halt mehr miteinander und füreinander schreiben! :)

      • Andreas Weck
        4. Dezember 2012 at 16:16  - Reply

        Das wäre grandios!

  • Daniel Rehn
    4. Dezember 2012 at 16:32  - Reply

    Ich bin immer noch hin- und hergerissen ob dieser Neuigkeiten, die für mich ja gar nicht mehr so neu sind. Ich freue mich riesig für dich über die neue Herausforderung und bin mir sicher, dass du wegweisende Ideen einbringen wirst. Das hast du ja immer gemacht … Aber Berlin ist halt doch nicht Hamburg.

    Nun gut, jetzt habe ich noch einen Grund mehr Berlin die eine oder andere Visite abzustatten.

    Kurzum: Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Spaß in der Kapitale. Der Erfolg kommt dann von ganz allein. Wie immer bei dir :)

    • Jormason
      4. Dezember 2012 at 17:46  - Reply

      Oh ja, was meinst du wie lange ich überlegen musste…
      Es ist schon schwer, ihr alle habt mir in den letzten Jahren hier in Hamburg ein so heimeliges Nest bereitet, Hach. Es wird mir fehlen.
      Aber wie du schon schreibst, es ist ja nicht Brasilien sondern Berlin. Ich sage nur #rp13 warmup Party und es wird natürlich eine angemessene Abschiedsparty im betahausHH geben!
      :)

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